
Wege aus dem Stress
Wir hören oft den Satz:
„Ich bin so gestresst und komme zu gar nichts.“
Gemeint ist damit häufig auch der persönliche Ausgleich.
Treffender wäre jedoch die ehrliche Formulierung:
„Ich bin so gestresst und nehme mir die Zeit nicht für meinen Ausgleich.“
Das kann zunächst Widerstand oder Empörung auslösen.
Doch tief im Inneren meldet sich bei vielen eine leise Stimme, die nickt.
Denn wenn wir brutal ehrlich sind, geht es meist um Prioritäten, Werte und deren tatsächliche Wichtigkeit.
Zwei Grundprinzipien im Stressmanagement
Im Stressmanagement werden zwei zentrale Leitsätze vermittelt:
„Ändere deine Einstellung oder ändere dein Verhalten.“
„Beides beeinflusst sich gegenseitig.“
Was bedeutet das konkret?
Wenn ich beginne, meine Einstellung zu etwas zu verändern – etwa die Bedeutung, die ich einer Aufgabe oder einem Menschen gebe – verschieben sich automatisch meine Prioritäten und damit auch mein Verhalten.
Wenn ich mein Verhalten ändere, etwa den Kontakt zu einem Kollegen, mit dem ich sonst im Konflikt stehe, auf eine sachliche, professionelle Ebene reduziere, kann sich die Arbeitsbeziehung entspannen. Manchmal entsteht dadurch sogar neues Verständnis – und damit wiederum eine veränderte innere Haltung.
Beides wirkt in beide Richtungen.
Wichtig dabei ist:
Einen anderen Standpunkt zu verstehen oder zu akzeptieren, bedeutet nicht, ihn teilen zu müssen.
Zwei Wahrheiten dürfen nebeneinander existieren.
Respekt und Perspektivenwechsel reduzieren inneren Druck – und damit Stress.
Körperliche Unterstützung bei Stress
Wissenschaftlich gut belegt ist:
Unter Stress verbraucht der menschliche Organismus deutlich mehr Vitamine und Mineralstoffe.
Daher ist es hilfreich, in stressigen Phasen besonders auf die Ernährung zu achten:
✔️ weniger stark verarbeitete Lebensmittel
✔️weniger Zucker, Alkohol, Nikotin und andere Rauschmittel
✔️dafür mehr Obst, Gemüse, Nüsse, Kerne, Kräuter und leichte, regelmäßige Mahlzeiten
Ernährung allein löst keinen Stress – sie stärkt aber die Grundlage, um besser damit umzugehen.
Regeneratives Stressmanagement
Neben dem aktiven Umgang mit Stress ist regenerative Erholung essenziell.
Also Dinge, die Körper, Geist und Seele gleichermaßen nähren, zum Beispiel:
✔️ Kaffee oder Tee mit einem Menschen, den man mag
✔️ ein warmes, gutduftendes Bad
✔️ Bewegung: GYM, Yoga, Qi Gong, Spaziergänge
✔️ Meditation, Achtsamkeit, Fantasiereisen
✔️ Kreatives Arbeiten: Malen, Basteln, Handwerken
✔️ Sportarten wie Tennis, Golf, Nordic Walking
✔️ Massage oder Akupressur
Oder ganz einfache, oft unterschätzte Dinge:
✔️ ausreichend Schlaf
✔️ Pausen während der Arbeit
✔️ Arbeitszeiten einhalten
✔️Grenzen setzen – auch durch ein klares „Nein“
✔️ nicht ständig erreichbar sein
Selbstfürsorge ist kein Luxus
Es geht darum, sich selbst ernst zu nehmen und dem eigenen Herzen Priorität einzuräumen.
Denn unsere Gedanken – und das, was wir innerlich zu uns sagen – formen unsere Realität.
Wenn wir uns ständig sagen:
„Dafür ist keine Zeit.“
„Das ist nicht wichtig genug.“
dann bedeutet das oft unbewusst:
Ich selbst bin nicht wichtig genug.
Selbstfürsorge beginnt dort, wo wir unsere Bedürfnisse respektieren –
und entsprechend handeln.
Wenn die Seele über den Körper spricht
Bleibt Ausgleich dauerhaft aus, reagiert zuerst die Seele –
und irgendwann der Körper. Sinngemäß sagt die Seele dann:
„Der Mensch hört nicht auf mich. Geh du vor – ich komme nach.“
An diesem Punkt fallen oft Diagnosen wie „psychosomatische Beschwerden“.
Psyché = Seele
Somata = Körper
Auf Deutsch: Die Seele ist überlastet und spricht über den Körper.
Zum Schluss die ehrliche Frage: Liebst du deinen Stress – oder entspannst du schon?
Jeder Mensch hat das Recht auf seinen eigenen Stress.
Aber auch die Verantwortung, ihn kennenzulernen und neue Grenzen zu definieren.
Gerne begleite ich diesen Prozess professionell
und helfe dabei, neue Perspektiven und gangbare Wege aus dem Stress zu entwickeln.
